Der Papst, der nicht geschwiegen hätte

8. Oktober 2009 at 15:02 | In 1 | Leave a Comment
Pius XI.

Ganzer Blog siehe hier

Im Gegensatz zu seinem Nachfolger, Pius XII. (der Papst, der geschwiegen hat), hätte Pius XI. sehr wohl seine Stimme zur Judenverfolgung und zum Holocaust erhoben – wenn er nicht im Februar 1939 gestorben wäre. In Ansätzen (und nicht nur) tat er dies bereits 1938. Hatte er anfangs den Faschismus – wohl vor allem als Bollwerk gegen den Bolschewismus – befürwortet, so distanzierte er sich gegen Ende seines Pontifikats immer mehr vom Faschismus und von Hitler. Aber er wurde von „Gegenströmungen“ innerhalb der römischen Kurie, allen voran durch Eugenio Pacelli (dem späteren Pius XII.) daran gehindert, die das „gute“ Verhältnis zu Nazi-Deutschland nicht trüben wollten – um keinen Preis.

Ernst von Weizsäcker, damaliger Botschafter des Dritten Reiches beim Heiligen Stuhl – also jemand, der wohl etwas von den vatikaninternen Geschehnissen und Strömungen wusste, schrieb in seinen Memoiren:

«Wenn Pius XI. länger gelebt hätte, wäre es gewiss
zum öffentlichen Bruch gekommen

[mit Hitler und den faschistischen Regimes]»

Quelle (ital.): Giovanni Miccoli, der an der Uni Triest Geschichte des Christentums lehrt, in einem Radiointerview vom 2. April 2009 auf RSI (Radiotelevisione della Svizzera italiana); Titel der Sendung: „Pio XI. Un papa solo contro i totalitarismi“ („Pius XI. Ein Papst alleine gegen den Totaliarismus“).
Ich habe leider nirgends im Internet den Wortlaut auf Deutsch gefunden, obige ist meine Übersetzung; die genauen Worte, die Miccoli im Interview gebraucht, sind: „“Se Pio XI. fosse vissuto, certamente si sarebbe arrivati alla rottura pubblica [con Hitler ed i regimi totalitari, fascismo e nazismo]„
Hier kann man das Interview, auf Italienisch, direkt hören (gegen Ende, etwa 23:30 Minute):
02.04.09 Pio XI. Un papa solo contro i totalitarismi

Bloggen Sie auf WordPress.com. | Theme: Pool by Borja Fernandez.
Entries and comments feeds.